9 Minuten
Reflexion

Drei Fragen zur eigenen Kontrollbiografie. Kein Programm, keine Aufgabe. Nur neun Minuten, die Ihnen gehören.

FBI
Fritz J. Bicker
9 Minuten Reflexion zur Kontrollbiografie · Echte Kontrolle
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Was Sie erwartet

Diese neun Minuten stellen Ihnen drei Fragen. Keine davon müssen Sie laut beantworten. Keine davon hat eine richtige Antwort. Aber alle drei haben das Potenzial, etwas sichtbar zu machen, das vorher unsichtbar war.

1
Wann haben Sie zum ersten Mal das Gefühl gehabt, die Kontrolle zu verlieren?
Die Herkunftsfrage. Kontrollbedürfnis entsteht fast immer als Antwort auf eine frühere Erfahrung.
2
In welchem Bereich Ihres Lebens kontrollieren Sie am meisten, und was kostet Sie das?
Die Gegenwartsfrage. Kontrolle hat immer einen Preis. Manchmal zahlen wir ihn, ohne ihn zu kennen.
3
Was wäre möglich, wenn Sie in einem einzigen Bereich etwas mehr loslassen würden?
Die Möglichkeitsfrage. Nicht alles. Nicht überall. Einen Bereich.

Für alle, die lieber lesen

Das zusammen gefasste Transkript der Audio-Reflexion — für Hörbeeinträchtigte oder alle, die den Text lieber still lesen möchten.

9 Minuten Reflexion zur Kontrollbiografie
Einstieg
Ich bin Fritz J. Bicker. Und Sie hören/lesen das gerade, weil Sie einen Teil meines Buches gehört oder gelesen haben. Dafür möchte ich Ihnen ganz herzlich danke sagen und die nächsten 9 Minuten ausschliesslich Ihnen widmen.

Ich werde dir drei Fragen stellen. Keine davon müssen Sie laut beantworten. Keine davon hat eine richtige Antwort. Aber alle drei haben das Potenzial, etwas sichtbar zu machen, das vorher unsichtbar war. Das ist das Einzige, was Reflexion leisten kann. Und das ist genug.
Erste Frage — Herkunft
Wann haben Sie zum ersten Mal das Gefühl gehabt, die Kontrolle zu verlieren?

[ Pause ]

Nicht heute. Nicht letzte Woche. Ich meine früher. Als Kind, als junger Mensch. In einer Situation, die Sie sich nicht ausgesucht haben.

[ Pause ]

Kontrollbedürfnis entsteht selten aus dem Nichts. Es ist fast immer eine Antwort auf eine Erfahrung, in der Kontrollverlust schmerzhaft war. Das war damals eine sinnvolle Strategie. Die Frage ist, ob sie heute noch passt.

Fritz J. Bickers Antwort: Mit ca. 8 Jahren, Schulausflug ins Schwimmbad. Er wollte schlicht nicht gehen, und sein Körper übernahm die Verhandlung: Bauchschmerzen, bleiches Gesicht, Sofa. Die Mutter rief in der Schule an. Erstes erfolgreiches Verhandlungsergebnis ohne ein einziges Wort und mit erstaunter Wirkung.


Zweite Frage — Gegenwart
In welchem Bereich Ihres Lebens kontrollieren Sie am meisten, und was kostet es Sie?

[ Pause ]

Was es Sie gekostet. Energie. Vertrauen. Beziehungen. Zeit.

[ Pause ]

Kontrolle hat immer einen Preis. Manchmal ist er es wert. Manchmal zahlen wir ihn, ohne ihn zu kennen. Wir erleben uns als sorgfältig. Das Gegenüber erlebt uns als misstrauisch. Das ist kein Vorwurf. Es ist eine Lücke. Und Lücken können geschlossen werden, wenn man sie kennt.

Fritz J. Bickers Antwort: Die Finanzen. Er weiss selbst, dass es rational nicht begründbar ist. Vertrauen, Freundschaft und Menschlichkeit zählen mehr. Trotzdem: die Belege. Jeden Tag. Er nennt es «unpassend» und tut es trotzdem. Die Kontrolle kennt keine Logik.


Dritte Frage — Möglichkeit
Was wäre möglich, wenn Sie in einem einzigen Bereich etwas mehr loslassen würden?

[ Pause ]

Einen Bereich. Eine Person, der Sie mehr vertrauen könnten. Eine Entscheidung, die Sie delegieren könnten. Einen Plan, den Sie lockerer halten könnten.

[ Pause ]

Loslassen bedeutet, dass man anderen den Raum gibt, sich auch zu kümmern.

Fritz J. Bickers Antwort: Weniger Belegkontrolle würde ihm Zeit bringen, Kopfraum und das Vertrauen, dass das System auch ohne sein Zutun funktioniert. «Vielleicht sollte ich das ab morgen tun», sagt er. 


Abschluss
Diese drei Fragen sind kein Programm. Sie müssen nichts beschliessen, nichts verändern, nichts beweisen. Aber wenn eine dieser Fragen etwas berührt hat, dann nehmen Sie das bitte gerne mit.

Ich glaube, dass Kontrolle kein Charakterfehler ist. Ich glaube, dass sie meistens aus einem tiefen Wunsch kommt, Dinge gut zu machen. Und ich glaube, dass echte Kontrolle darin liegt, zu wissen, was man loslassen kann.

Ich bin Fritz J. Bicker. Danke, dass Sie sich diese Zeit für sich genommen haben und danke, dass wir uns etwas besser kennenlernen konnten.

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